Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — Dritter Jahrgang.1884

Seite: 132
Zitierlink: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/Zb-2423-3-1884/0141
Lizenz: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
DIE BAUTEN DER GROSSEN BERLINER PFERDEEISENBAHN IM JAHRE 1883.

Fig. 13.


unter Beibehaltung des Lang- und
Querschwellen-Systems eine Schiene
verwendet, welche an Stelle der fehler-
haften Befestigung durch die Lauf-
fläche der Schiene resp. die Billen-
fläche derselben eine seitliche Befes-
tigung durch Backenhaknägel ermög-

lichte.

In Figur 13 ist dieser Ober-

bau dargestellt.

Als der Schreiber dieses im Juli
1873 die Oberleitung der Bauten der
grossen Berliner Pferdeeisenbahn über-
nahm war sein Bestreben zunächst
darauf gerichtet, an Stelle der Eisen-
schienen die Stahlschiene zu setzen
undjfist dieselbe in der skizzirten Form, Fig. 14, zur Verwendung ge-
bracht worden.
In Berlin ist eine namhafte Kilometerzahl mit diesem System er-
baut worden, da die Mängel desselben als z. B. der ungenügende Pflaster-
anschluss, die Unmöglichkeit der Herstellung einer Schienenstossver-
laschung, dann die Schäden der Querschwellenconstruction, des damals
noch recht primitiven Strassenpflasters wegen erst nach und nach er-
kannt wurden.
Der Umstand, dass sich der weitaus grösste Theil der Strassen

Berlins in dem Besitze des Fiskus befand, von diesem das Pflaster derselben hergestellt
und unterhalten wurde, liess bis zu der im Jahre 1870 erfolgten Uebernahme sämmt-
licher Strassen Berlins durch den Magistrat eine durchgreifende Besserung der Strassen-
damrnbefestigung nicht aufkommen. Das beste fiskalische Pflaster war das mit recht-
eckig bearbeiteten Bruchsteinen auf einer Kiesbettung von 15—20 cm Höhe hergestellte
Beihenpflaster; mit fundamendirter Strassenbefestigung war nocli kein Anfang gemacht.
Der Umschwung, welcher nach Uebernahme der Strassen durch die Stadt in der
Plasterurig eintrat, war für die Construction des Oberbaues der Strasseneisenbahnen von
der grössten Bedeutung. Der Oberbau der Strasseneisenbahn als ein Theil der Strassen-
dammbefestigung muss mit dieser die gleiche Fundation haben, sich möglichst gut an diese
anschliessen; diese Grundsätze blieben fortan maassgebend. Querschwellen waren also nicht
mehr anwendbar, es konnte nur noch mit dem Laügschwellensystem gerechnet werden.

Als erste Construction, welche der total
veränderten und verbesserten Strassen-
dammbefestigung Bochnung trug, wurde
die speziell in Paris fast durchweg ver-
wendete Larsenschicne gewählt, siche Fig. 15
und 10. Diese Stahlsattelschiene, die seit-
lich mittelst Klammern auf profilirten Lang-
schwellen befestigt ist, die wieder durch
eiserne Traversen mit einander verschraubt
wurden, bot den Vortheil eines guten
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Impressum   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list