Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — Dritter Jahrgang.1884

Page: 167
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C0NTINUIRL1CHE BREMSE FÜR EISENBAHN-FUHRWERKE etc.

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gestellten Anforderungen zu entsprechen. Dasselbe ist der Fall, wenn auf längeren
Gefällsstrecken von der Maschine gar keine Leistung auszuüben ist, die auf dem Rost
entwickelte Wärme aber consumirt werden muss; entweder kann dieses geschehen, dass
man ein grosses Wasserquantum im Kessel zur Verfügung hat, also wieder grosse Kessel
selbst oder aber das kleinere Wasserquantum auf höhere Temperatur bringt, also höhere
Drücke benutzt. Bei einer sorgfältigen Behandlung der Maschine und Kessel und mög-
lichster Verwendung von Metalldichtung (Gummi, Leinen und selbst gewöhnlicher Asbest
sind möglichst für Dichtungszwecke zu vermeiden), entstehen heute praktische Schwierig-
keiten aus der Anwendung und Benutzung eines Kesseldrucks bis 15 Atm. nicht mehr.

XXII.
Continuirliche Bremse für Eisenbahn- und Sicherlieitsbremse
für Pferdebahn-Fuhrwerke.
Von Fr. Giesecke.
(Mit 5 Figuren im Text)
Der Herr Civil-Ingenieur Schröter in Altona hat sich neuerdings eine Bremse
patentiren lassen, welche als Sicherheitsvorrichtung hauptsächlich für Strassenbahn-Fuhr-
werke bestimmt sein soll. Dieselbe ist versuchsweise auf der Hamburger Strassenitahn
zur Anwendung gelangt, und sind diese Versuche zur Zeit noch nicht abgeschlossen. Dem
Vernehmen nach soll sich diese Bremse bei Probefahrten auf der Neuen Wiener Tramway
bewährt haben.
Die Wirkungsweise der Bremse ist die folgende:
Ein Hebel mit Fusstritt ist
auf der Plattform des Wagens so
angebracht, dass der Kutscher den-
selben bequem erreichen kann. Beim
Niedertreten dieses Hebels wird die
Stange i, Fig. 24, angezogen, der
Winkelhebel k dreht sich, Fig. 25,
wodurch die Scheibe e f in Folge
geeigneter Stangen- Verbindungen
gegen die fest mit der Achse ver-
bundene Scheibe c d gedrückt wird. Die Klauen der Scheibe e f greifen in passende Aus-
schnitte der Scheibe c d. Das Resultat ist, dass die lose Scheibe e f mitgenommen und in
Folge dessen die Feder a angespannt wird; nach Maassgabe der Anspannung tritt die
Bremswirkung ein.
Die Wirkung ist eine fast momentane und derartig kräftige, dass bei hier am Orte
vorgenommenen Versuchen ein gewöhnlicher Einspänner-Achshalter abgebrochen wurde.
Wird die Bremse für grössere Wagen zur Anwendung gebracht, so kann die Bremse

Fig. 24.
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