Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — VIII. Jahrgang.1889

Seite: 11
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DAEP DIE MITWIRKUNG DER GEMEINDE-VERWALTUNGEN etc.

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fortwerfen für Versuche, ohne dieselben bis auch in das entfernteste Detail auszuführen
und die Resultate auf das Peinlichste festgestellt zu haben.
Herr Michel et sagt am Schlüsse seines Vortrages:
„Die in Brüssel mit dem elektrischen Betriebe erreichten industriellen Resultate sind
bis jetzt nicht derartig, dass sie zu einer weiteren Anwendung dieses Betriebsmittels Ver-
anlassung geben, jedoch ermuthigen uns die in letzter Zeit erzielten Verbesserungen dazu,
mit unseren Versuchen fortzufahren, umsomehr, weil wir, was den öffentlichen Dienst an-
belangt, glauben, dass wir jetzt vor den unzähligen Unfällen und Unregelmässigkeiten ge-
schützt sind, worunter wir im Anfänge bedeutend gelitten haben. Unsere Bemühungen
müssen in erster Reihe auf die Verminderung der Unterhaltungskosten der Accumulatoren
und der elektrischen und mechanischen Organe der Wagen gerichtet sein.“
„Im Ganzen genommen ist die Frage des elektrischen Strassenbahnbetriebes noch im
Versuchsstadium und man kann noch nicht behaupten, dass dieselbe in Bälde iu der Praxis
die Bedeutung annchmen wird, welche mau derselben nach den Resultaten der Zugkraft-
Concurrenz der Antwerpener Ausstellung von 1885 zuschrciben zu können geglaubt hatte.“
Ausser diesen beiden umfassenden Probebetrieben in Hamburg und Brüssel hat be-
deutende Erfolge mit dem Betriebe mittelst Accumulatoren der Ingenieur Rekenzaun
erzielt, welcher sowohl elektrisch betriebene Böte wie Wagen in England und Amerika
vorgeführt hat. Selbst zwischen Dover und Calais sind zufriedenstellende Fahrten mit
Accumulator-Böten ausgeführt worden. Ueber die Kosten, und dieses ist doch der Cardinal-
punkt für die event. Einführung der Sache, verlautet jedoch von dieser Seite nichts.
Wir sehen daher, dass die bis jetzt bekannten Accumulatoren die
gehoffte, bezw. gefürchtete Umwälzung im Strassenbahnbetriebe in der
nächsten Zeit noch nicht hervorzubringen im Stande sind.
Nachdem dieses erkannt war, legte sich der Erfindungstrieb wieder bedeutend auf
die Verbesserung der Zuführung der Elektricität zu den Wagendynamos mittelst Luftleitung
und nach den vorliegenden neueren Resultaten über diesen Betrieb kann man sich der An-
nahme nicht verschliessen, dass hierin ein grosser Schritt vorwärts gethan ist.
(Schluss folgt.)

IV.
Darf dio Mitwirkung der Gemeindeverwaltungen zur Gründung einer
Alters- und Hinterbliebenen - Fürsorge für Strassenbahn - Bedienstete
gefordert werden?
Von Rechtslehrer und Syndikus Dr. K. Hilse in Berlin.
Gelegentlich der Zusammenkünfte zur Begründung der Strassenbahn-Berufs-Genossen-
schaft am 10. August und 9. September 1885^) war aus der Mitte der Versammelten
bereits die Frage angeregt, ob und auf welche Weise sich eine Fürsorge für die durch
Kräfte-Abnutzung im Strassenbahndienste erwerbsunfähig gewordenen Bediensteten, sowie
iiir die versorgungsbenöthigten Wittwen und Waisen erreichen lasse. Schon lange vorher
hat die Grosse Berliner Pferdeeisenbahn-Aktien-Gesellschaft die Begründung einer derarten
B Unsere Zeitschrift Jahrg. IV. S. 117, IGO.

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