Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — VIII. Jahrgang.1889

Seite: 21
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DIE STATIONSVERWALTUNG DER LOCALBAIINEN ALS NEBENAMT.

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alljährlich insbesondere durch die Beantwortung der für die einzelnen Betriebsarten und
Dienstzweige gestellten Fragen gegeben. Die auf einheitlicher Grundlage aufzubauende
Statistik wird durchgeführt und somit der Vergleich richtiger Resultate geboten.
Das Strassenbahnwesen, dessen Entwicklung bis jetzt nur mit zufriedenen Blicken
betrachtet werden kann, hat wohl auch für die Zukunft einen Stillstand nicht zu befürchten.
Ein gedeihliches Vorwärtsschreiten, durch Zusammenwirken aller ge-
eigneten Kräfte, ausgedehnt durch die interuationale Vereinigung auf
alle Kulturländer, ist sicher zu erhoffen.

VI.
Die Stationsverwaltung der Localbalmeii als Nebenamt.
Von Kuhrt, Eisenbahn-Betriebs-Director in Flensburg.
Dass das ganze Geheimniss der Prosperität der Localbahnen, bei sonst richtigen Vor-
aussetzungen, in dem Fundamentalsatz „billiger Bau und billiger Betrieb“ beruht, ist eine
von Practikern längst allgemein anerkanute Thatsache; überall da, wo man diese Grund-
bedingung hintenansetzt, wird ein Misserfolg zu verzeichnen sein.
Wenn es hiernach zunächst und in erster Linie Sache des Bau-Ingenieurs ist, bei der
Anlage einer Localbalm Sparsamkeit walten zu lassen, so ist ihm damit allerdings die nicht
sehr leichte, von Dilettanten leider nur zu häufig verkannte Aufgabe gestellt, das Unter-
nehmen dom wahren Bedürfnisse unter Vermeidung alles Unnützen und überflüssigen anzu-
passen, hierbei alles bereits Bestehende mit grösstmöglichster Unterstützung der Inter-
essenten und Betheiligten im Dienste der Bahn nutzbar zu verwenden, und so die Anlage-
kosten bei bester und zweckmässigster Ausführung thunlichst herabzumindern.
Dass hei diesem Geschäft für Speculanten kein Terrain frei ist, braucht hier füglich
nicht weiter erörtert zu werden.
Ebenso wichtig wie die sparsame Bauausführung, ist eine sparsame Betriebs-
verwaltung.
Wenn Jemand mit dem grossen Apparate einer Hauptbahnverwaltung den Betrieb
einer kleinen Localbalm bewerkstelligen wollte, der würde sicherlich nicht die Betriebskosten
aus den Einnahmen decken, geschweige denn einen Ueberschuss zur Verzinsung des Bau-
kapitals erreichen.
Die Verwaltung und Einrichtung einer Localbahn muss absolut local sein, hier passt
durchaus keine Schablone und kein Schema, nur das reine Bedürfniss ist hier Maassstab,
und die Verwendung alles Vorhandenen ist hier Gebot.
Unter solchen Gesichtspunkten gelangt man dahin, die Verwaltung der kleinen Halte-
stellen und Haltepunkte, welche wegen ihrer geringen Entfernung von einander nur mit
kleiner Frequenz zu rechnen haben, nicht durch besondere Beamte, sondern durch Privat-
personen als Nebenamt besorgen zu lassen, welche Privatleute event. auch die erforderlichen
Baulichkeiten mit Einrichtung für die Bahnhöfe liefern, wodurch umsomehr noch dann die
Betriebskosten sich ermässigen.
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