Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — VIII. Jahrgang.1889

Page: 151
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BEISPIELE AUSGEFÜHRTER BETRIEBSMITTEL etc.

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Unternehmer, soweit es die Benutzung des Strassenkörpers zum Bahnbetriebe betrifft, unter-
liegt nach reichsgerichtlicber Rechtssprechung den Rechtsregeln der Miethe, ist mithin
rein privatrechtlich. Ebenso ändert sich durch Uebergang eines Grundstückes in Ge-
meindeeigenthum nicht die Rechtsregel, dass der Erwerber die eingetragenen Lasten mit
überkommt.
Nach alledem kann der Strassenbahnunternehmer unbekümmert um eine gegenteilige
Satzung in der polizeilichen Genehmigungserklärung Kostenersatz für die Strassenherstel-
lung ablehnen, sofern er sich nicht etwa dem Strasseneigentliümer gegenüber hierzu ver-
tragsgemäss verpflichtet hatte und soweit nicht etwa Satzungen des geltenden bürgerlichen
Rechts seine Instandsetzungspflicht hersteilen.

XXY.
Beispiele ausgeführter Betriebsmittel und interessanter
Einrichtungen für Localbahnen.
Güterwagen mit clnsctzbarcii Fensterrahmen zur Transformation
für Personen - Transport.
Von John Ed. Brüstlein in Basel. — (Mit 2 Figuren im Texte.)
Auf Localbahnen werden öfters bei stärkerem Personenverkehr im Sommer offene
Güterwagen mit Bänken versehen und als Aushilfe verwendet.
Erhalten die Wagen eine Bedachung aus Segeltuch, so werden sie bei heisser Witte-
rung wegen des freien Luftzutrittes und der unbeschränkten Aussicht von den meisten
Reisenden den geschlossenen Wagen, selbst solchen mit eleganter Ausstattung und bequemen
Sitzen vorgezogen.
Bei Verwendung der Güterwagen für Passagiere zeigen sich indessen mehrere Uebel-
stände. Das Ein- und Aussteigen ist gewöhnlich unbequem. Die Stirnseiten sollten ge-
schlossen sein zum Schutze gegen Rauch und allzustarken Luftzug. Die Bedachungen aus
Segeltuch leiden durch Regen und Russi und werden gewöhnlich nach einer Saison un-
brauchbar.
Zur Abhilfe gegen erwähnte Nachtheile und um die Wagen auch gelegentlich im
Winter für Personentransport benutzen zu können, werden bei der Birsigthalbahn, Linie
Basel-Flühen in der Schweiz, Güterwagen von besonderer Constructiou eingeführt, deren
Seiten- und Stirnansicht die Fig. 18 u. 19 darstellen, und deren Beschreibung hier folgt:
Diese Wagen sind bezüglich Gütertransportes als offene Hochbordwagen gebaut mit
Doppelthüre an jeder Längsseite.
Sie erhalten mit Rücksicht auf gelegentliche Personentransporte ein festes Dach,
welches durch die festen Stirnwände und ausserdem durch je 4 Pfosten an jeder Längsseite
getragen wird.
Die vordere Stirnwand erhält eine Thüre, die hintere eine Fensteröffnung, welche bei
Gütertransporten durch einen Laden geschlossen wird oder offen bleiben kann und bei der
Transformation durch einen Rahmen mit beweglichem Fenster ausgefüllt wird.
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