Süddeutsche Photographen-Zeitung: Monatsschrift für Photographie u. verwandte Reproductionsarten — München, II. Jahrgang (April 1895 - März 1896).1895

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Zwei wunde Punkte im Lebensgange der Photographie in
Deutschland.

Von Docent Hermann Krone.

N'iirhdruck verboten.


EM es wie mir vergönnt war, von (len 67 b2 Jahren
seines Lebens 52 der nur 56 Jahre alten aus-
übenden Photographie zu widmen und ihre Fort-
schritte in Theorie und Praxis mit erringen zu
helfen, der hat sowohl das Recht dazu als auch
die moralische Pflicht, die Sonde anzulegen an
das, was heut daran als krank zu betrachten
ist — dem dürfen wohlmeinende offene Worte gestattet sein, deren Zweck es
ist, auf die beiden bestehenden Hauptschäden in dem sonst kerngesunden
Lebensprozess der Photographie in Deutschland hinzuweisen und dadurch
zur Heilung derselben nach Kräften beizutragen. Denn mit wie anerkennens-
wertem Fleisse man sich in den heutzutage fast überreich erscheinenden Fach-
blättern und sonstigen Publikationsmitteln für Photographie mit dem Fort-
bilden derselben in Theorie und Praxis beschäftigt, daran hat hierbei bis
jetzt noch Niemand gedacht, dass auch der Gesundheitszustand dessen,
für dessen sonstiges Wohl gesorgt wird, Berücksichtigung verlangt und,
wenn nötig, der gewissenhaften Obhut des Arztes bedarf.
Diese beiden Hauptschäden eines gesunden Weiterlebens der Photo-
graphie sind bei uns in Deutschland:
1. Die seit Anfang der siebziger Jahre in den Publikationen über
Photographie, im photographischen Vereinsleben und in Kritiken über
photographische Leistungen und Mitteilungen in bedauerlicher und er-
schreckender Weise überhandgenommene nervös krankhafte Sucht,
in gehässiger, gereizter Weise zu polemisieren und sich dabei
mehr mit den leistenden Personen als mit dem zu behandelnden Gegen-
stände zu beschäftigen. Wir würden in denselben Fehler verfallen, wollten
wir hierbei Namen nennen. Wir müssen es den Betreffenden überlassen,
sich im Spiegel des Erwähnten selbst zu erkennen und durch Unterlassung
des Gerügten den Schaden zum Segen des Ganzen selbst aus der Welt zu
schaffen.
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