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Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Achter Band): Personentunnel - Schynige Platte-Bahn — Berlin, Wien, 1917

Page: 305
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Sanitätszüge.

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an bestimmten Stellen gelagert wird lind für
die alle Vorkehrungen getroffen sind, um
sie im Kriegsfall ohne Zeitverlust bereithalten
zu können. Diese Züge sind nach den Bedürf-
nissen und Erfahrungen zusammengestellt.
Die letzteren sind nur zu vorübergehender
Benützung bestimmt und werden im Etappen-
raum zusammengestellt und nach der Entlee-
rung wieder aufgelöst. Die Verpflegung der
Kranken muß in diesem Fall auf den I ruppen-
verpflegsstationen geschehen.
Außerdem muß noch der freiwilligen Sanitäts-
pflege gedacht werden, die aus eigenen Mitteln
unter eigener Verwaltung und ärztlicher Leitung
die Ausrüstung von S. der sog. Vereinslazarett-
züge stiftet (Verein vom Roten Kreuz, Johanniter-
und Malteserorden, Körperschaften, Stadt- und
Landgemeinden und auch von mehreren Einzel-
personen).
Für diese Art von S. sind eigene Vorschriften
von Seite des preußischen Kriegsministeriums
erlassen worden.
In Österreich-Ungarn sind nach den Be-
stimmungen der Vorschrift für S. des k. u. k.
Heeres 2 Arten von Zügen in Betracht gezogen,
u. zw.:
A. Spitalszüge für Schwerkranke und Schwer-
verwundete, die während des Transports eine
spitalsmäßige Behandlung erfordern;
B. Krankenzüge für Leichtkranke, die für
einen kürzeren Turnusverkehr bestimmt sind.
Die ersteren bestehen aus 26 Wagen, be-
fördern nur Liegende. Die letzteren umfassen
25 2achsige Wagen und sind für 300 Sitzende
und 64 Liegende eingerichtet.
Diese Züge werden erst im Kriegsfall auf-
gestellt. Die für Sanitätszwecke erforderlichen
Herstellungen zerfallen in vorbereitende Adap-
tierungen und in definitive Einrichtungen.
Außer diesen angeführten S. sind im Kriegs-
jahr 1914/15 noch aufgestellt worden:
1. Staatsbahnkrankenzüge, bei denen als
Krankenwagen Personenwagen III. Kl. der Wiener
Stadtbahn eingereiht und derart ausgestattet
sind, daß für 72 Liegende (auf eingeschobenen
Eeidtragen) und 225 Sitzende Platz geschaffen ist.
Das Einladen der Kranken erfolgt durch
2 Fensteröffnungen in den Seitenwänden, die
durch eine Klappe geschlossen werden.
2. Infektionskrankenzüge. Diese Züge sind
auch als unauflösbare Garnituren gebildet, haben
eine verschiedenartige Zusammensetzung und
dienen nur für die Beförderung von Infektions-
kranken. Man unterscheidet solche mit 48, 50
und 52 Achsen, die je nach der Wahl der
Wagen einen Belagraum von 90- 128 für
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. 2. Aufl. VIII.

Liegende und einen solchen von 60 —330 für
Sitzende aufweisen.
Außer den sonst erforderlichen Ausrüstungs-
gegenständen sind diesen Zügen noch eine
entsprechende Anzahl von Leibstühlen, Leib-
schüsseln, Gefäßen mit Karbollösung und Kalk-
milch sowie Waschvorrichtungen beigegeben.
Im Jahre 1916 wurde von Seite der frei-
willigen Sanitätspflege als Ergebnis einer eigenen
Aktion eine ganz besondere Formation eines
Infektionszuges der k. u. k. Heeresverwaltung
übergeben.
Dieser Zug hat außer den 15 Krankenwagen und
den notwendigen Hilfswagen für die Verpflegung
und Behandlung der Kranken noch einen Bade- und
Desinfektionswagen, einen Maschinenwagen für Eis-
und Trinkwasserbereitung, einen Wäschereiwagen,
einen Büglereiwagen und einen Wagen, in dem
alle menschlichen Ausscheidungen, Verbandmaterial
u. s. w. in einem eigenen Ofen verbrannt und un-
schädlich gemacht werden.
Der Zug kann 120 Kranke auf eigenen
Bettlagerungsapparaten, deren Bauart von ge-
nannter hoher Seite erdacht ist, befördern.
3. Schlafwagensanitätszüge. Diese Züge sind
aus vorhandenen Speise- und Schlafwagen der
Internationalen Schlafwagengesellschaft nach
2 Arten, u. zw.: 2 Dienstwagen, 3 Speise-
und 5 Schlafwagen oder 2 Dienstwagen und
8 Speisewagen nach entsprechender Umge-
staltung für 120 Liegende zusammengesetzt.
4. Stiftungszüge. Die auf Kosten des Malteser-
ritter- Ordens eingerichteten S. sind nach 2 Arten
zusammengestellt. Bei der einen Zusammen-
stellung finden 100 Liegende und 125 Sitzende,
bei der andern nur 150 Liegende Platz. Die
Wagen für die liegenden Kranken sind bereits
im Frieden hierfür ausersehen und bereit-
gehalten (Sanitätswagen mit Dachaufsätzen),
wogegen für Sitzende Personenwagen ver-
wendet werden.
Bei einigen dieser Züge sind auch Operations-
wagen eingestellt.
Als weitere Stiftungszüge sind zu nennen:

Liegende Sitzende

Spitalszug Kasselik.
160

„ Fürst Schwarzenberg
100
75
» Anglobank . . . .
70
200
S. Steirer Rotes Kreuz . . .
80
275
Perm. Krankenzug Clary . .
67
300
Spitalszug Augusta.
80
400
S. österr. Rotes Kreuz . . .
240

„ ung. „ . . .
100

„ Graf Karo ly.
100
70
„ Wr. Freiw. Rettungs-Ges. .
110


Ferner sind Formationen geschaffen worden,
die eine Art S. darstellen und diesen zuzuzählen
sind, u. zw.:

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