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Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (Erster Band) — Frankfurt am Main, 1910

Page: 3
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ERSTER ABSCHNITT
Geschichtliche Einleitung
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er bekannte Frankfurter Geschichtsforscher und Patrizier johann Karl
von Fichard hat sein grundlegendes Werk über die Entstehung von
Frankfurt mit den Worten eingeleitet, daß es wohl keine deutsche
Stadt gebe, deren Geschichte durch ältere und neuere Beschreiber
so sehr verwirrt und verdunkelt worden sei, wie die von Frankfurt
am Main. Da aber sein Werk in der Hauptsache als Streitschrift den
Ursprung und die Vorrechte der Patriziergesellschaft Alt-Limpurg im Lichte der
Entstehungsgeschichte und verfassungsrechtlichen Entwicklung der Stadt darlegen
sollte und nur in diesem Zusammenhang die volkswirtschaftliehe Seite behandelte,
so blieb die Frage nach den Anfängen des Frankfurter Handels und insbesondere
der berühmten Reichsmessen immer noch recht dunkel. Ich möchte nur darauf
hinweisen, daß in neuerer Zeit das erste Kaiserliche Meßprivileg vom Jahr 1240 als
Verleihungsakt in Erwägung gezogen und andererseits die ersten Anfänge der
Herbstmesse bis zur Karolingerzeit zurückverlegt worden sind. Bei dem Mangel
unmittelbarer Nachrichten kann eine einigermaßen sichere Grundlage nur durch ein
Eingehen auf die allgemeine Entwicklungsgeschichte der Stadt und durch die Ver-
gleichung mit anderen alten Handelsstädten gewonnen werden. Die seit den Tagen
Fichards gemachten Forschungen führen hierbei zu ganz neuen, ungeahnten Er-
gebnissen. So wissen wir jetzt aus Funden in der Hüllgasse und auf dem Hühner-
markt, daß sich zu Zeiten der Römerherrschaft von etwa 70 bis 250 n. Chr. auf dem
Markthügel eine römische Anlage befunden hat, welche eine geschützte Zwischen-
station auf der Heeresstraße von der RömerstadtMainz nach dem großen Standlager
zu Kesselstadt bildete. Hiernach hat der gelehrte Pater Fuchs in Mainz und andere



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