Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (Erster Band) — Frankfurt am Main, 1910

Page: 117
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DRITTER ABSCHNITT
Die Wochenmärkte
11 ge meines. Die Frankfurter Wochenmärkte sind nicht nur
durch ihren kleineren Umfang und ihre häufigere Wiederkehr,
sondern auch durch ihren Zweck eine von den Handelsmessen
verschiedene volkswirtschaftliche Erscheinung. Namentlich ist die
alte Herbstmesse nicht etwa ein nach vollendeter Ernte ver-
größerter, besonders wichtiger Wochenmarkt gewesen. Sie ist viel
älter und hat schon lange im Herbst dem Absatz der reichen landwirtschaft-
lichen Erzeugnisse des königlichen Domänenbezirkes und der ganzen Wetterau
gedient, als das Bedürfnis nach einem Wochenmarkt zur Versorgung der zu-
nehmenden Stadtbevölkerung mit Lebensmitteln und zur Herstellung eines
regelmäßigen Kleinverkehrs mit der Landbevölkerung noch nicht vorhanden
war. Wenngleich der Wochenmarkt, wie die Messe, zu den Hoheitsrechten des
Deutschen Kaisers gehörte, so ist doch die letztere als der eigentliche Königs-
markt (nundinae regiae), wie sie in einer Urkunde vom Jahr 1229 genannt wird,
der Wochenmarkt dagegen als ein davon zeitlich und örtlich getrennter Stadt-
markt zu betrachten.*)
Solange Frankfurt nur aus den großen Höfen der königlichen und der kirch-
lichen Grundherrschaft und aus einer Reihe von bäuerlichen Hofanlagen der
Dienstmannen und einiger Altfreien bestand, wurden die erforderlichen Lebens-
*) Siehe auch R. Schröder, Deutsche Rechtsgeschichte, 5. Auil. 1907, S. 638—51.
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