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Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (Erster Band) — Frankfurt am Main, 1910

Page: 387
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vollzog sich ganz allmählich. Der Unterkauf für Tuch (Gewand) wurde mit
demjenigen für Spezereien verschmolzen und dann auch auf die Vermittlung
von Wechsel- und Geldgeschäften ausgedehnt. Bereits im Jahre 1550 wird
aus der Vereinigung dieser drei wichtigsten Handelszweige eine kleine Abgabe (*/3)
an die Stadtkasse mit 13 Gulden 5 Schillingen 3 Hellern abgeführt, welche
sich bis Ende des Jahrhunderts auf 400 und mehr Gulden steigerte und Makler-
geld genannt wurde. Ein die Zeit von 1580—1610 umfassendes Buch im
Stadtarchiv gibt uns genaue Auskunft über die Zahl, Herkunft und Abgaben
dieser neuen allgemeinen Makler. Ihre Zahl steigerte sich von neun im
Jahr 1580 auf 48 im Jahr 1589; unter den ersteren befand sich kein Frankfurter,
unter den letzteren sechs. Im Laufe von hundert Jahren trat das umgekehrte
Verhältnis ein, sodaß schließlich fast keine Fremden mehr als Makler in den
Messen zugelassen wurden. Am Anfang des erwähnten Buches von 1580
befindet sich ein Unterkäufer-Edikt, welches die alten Vorschriften von 1352
und 1406 wiederholt, aber dadurch von besonderer Bedeutung ist, daß es nicht
nur den Unterkauf in Wechseln, sondern auch zum ersten Male mit den Worten:
„Stich machen“ den kaufmännischen Verrechnungs-(Skontrier-)Verkehr erwähnt.
Eine Reihe von Beschwerden über die niederländischen und Kölner Makler,
welche heimlich und unbeeidigt ihre Geschäfte trieben und keine Gebühr ent-
richteten, führte zum Erlaß der grundlegenden Ordnung vom 5. September 1616,
welche mit geringen Zusätzen am 31. Mai 1685 erneuert wurde. Die einzelnen
Arten von Maklern werden hierin noch nicht unterschieden. Alles heimliche
Makeln ist streng verboten. Der Fremde soll sich bei seiner Ankunft in der
Stadtkanzlei einschreiben und beeidigen lassen, worauf er einen Erlaubnisschein
erhält, welchen er nach beendigter Messe zurückzugeben hat. Er soll sich
strengster Unparteilichkeit befleißigen, eigene Geschäfte unterlassen und über
alle von ihm vermittelte Kauf- und Tauschverträge ein Maklerbuch führen.
Von seinem Verdienst hatte er den vierten Teil, abzüglich der notwendigen
Zehrungs- und Reisekosten, an die Stadtkasse abzugeben. Später zahlte er
alle Messe eine Maklerabgabe von 5, später 10 Gulden, seit 1799 alljährlich
eine solche von 50 und seit 1864 von 55 Gulden.
Besondere Beachtung verdienen die Wechselmakler und die jüdischen Makler.
Die ersteren sollen an anderer Stelle im Zusammenhang mit der Börse und
der Kursfeststellung behandelt werden.
Die Unterscheidung zwischen Waren- und Wechselmaklern vollzog sich nur
allmählich. Der erneuten Ordnung von 1685 ist sie noch unbekannt. Dies
geschieht zuerst in der allgemeinen Kaufmanns- und Wechselordnung vom
26. Mai 1739, welche im Anhang für jede der beiden Arten eine gesonderte
Taxrolle enthält. In den Jahren 1747 und 1772 wurden wieder Versuche wegen
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