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Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (Erster Band) — Frankfurt am Main, 1910

Page: 388
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ihrer erneuten Gleichstellung gemacht. Eine völlige Trennung der beiderseitigen
Geschäftskreise erfolgte erst durch das Maklergesetz vom 26. November 1799,
welches bestimmte, daß sich die Warenmakler der Wechselsgeschäfte und um-
gekehrt die Wechselmakler der Warengeschäfte zu enthalten haben. Zwei Jahre
vorher hatten die ersteren das wichtige Privileg erlangt, daß außer ihnen sich
niemand mit Makeln irgend einer Ware abgeben dürfe.*)
Wie Dr. Orth berichtet, pflegten die Warenmakler fast wöchentlich die
kurrenten Preise von allerhand Waren, wie Spezereien, Zucker, Fischen, Fetten,
Farben, Mandeln, Rosinen, Reis, Kaffee, Tee, Mineralien aufzuzeichnen und diese
Preiskurante an die betreffenden Händler auszuteilen.
Unter den christlichen Maklern, deren Zahl seit 1706 grundsätzlich nicht
mehr wie zehn betragen sollte, befanden sich im achtzehnten Jahrhundert
regelmäßig nur vier geschworene Warenmakler.
Der erste Jude, welcher für seine amtliche Zulassung als Makler in Wein,
Frucht und sonstigen Waren messentlich die Gebühr von 5 Gulden bezahlte,
ist seit 1655 Jakob Hirschhorn gewesen. Als die Zahl der Judenmakler bis
1677 auf vier gestiegen war, wandten sich sämtliche christliche Makler beschwerde-
führend an den Rat und erreichten auch, daß die Juden auf den Warenhandel
und auf ihre dermalige Zahl beschränkt bleiben sollten. Nach langer Pause
wurde zuerst wieder im Jahre 1736 Wolf Fulda als Warenmakler zugelassen.
Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, daß im Anschluß an das
deutsche Handelsgesetzbuch am 9. Dezember 1864 ein neues Gesetz, be-
treffend alle Handelsmakler, erging, welches die allen Ordnungen von 1739
und 1799 aufhob und den beeidigten Handelsmaklern kein ausschließliches
Recht zur Vermittlung mehr zugestand.

Die taxmäßigen Gebühren der Warenmakler sind im Laufe der Zeit folgende
gewesen:

Gegenstand
1685
1739
1799
1864
1. Warenverkäufe.
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‘/a 7o
7*7 o
7*7»
2. Hypothekengelder.
V- 7°
7« 7»
7« 7»
74 70
3. Immobilienverkäufe.
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7* 7°
7J 7»
74 7o
4. Vermietungen.
V» °/o
7*7«
17 o
7*7 •

Sie hatten hiernach im Verlaufe von fast zwei Jahrhunderten kaum eine
Veränderung erfahren; bei Warenverkäufen waren sie allein von dem Verkäufer,
bei den übrigen Vermittlungen von jedem Auftraggeber zu entrichten.

*) Beyerbach, S. 668-703, 1859—1864, 3173—3174.


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