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Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (Zweiter Band) — Frankfurt am Main, 1921

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Der Ständige Handel
SEIT 1554
§11 FRANKFURT ALS BEGINNENDE JUDENSTADT
eben der ersten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts bilden die
nächsten Jahrzehnte in der Frankfurter Geschichte den wichtigsten
Zeitraum. In der Zusammensetzung der Bevölkerung und in dem
äußeren Ansehen der Stadt vollzog sich eine förmliche Revolution,
in deren Verlauf sie sich zu dem entwickelte, wofür sie in der Welt
bekannt ist: zu einer internationalen Juden- und Fremden-
stadt. Nicht nur die Scharen flüchtiger belgischer Protestanten fanden hier
eine neue Heimat, sondern es entstand auch in ihren gastlichen Mauern eine
ganze Judenstadt, ein Neu-Jerusalem, aller Israeliten Deutschlands Eldorado.
Was wäre Frankfurt in den folgenden zwei Jahrhunderten ohne seine
belgischen, französischen und italienischen Mitbürger, was seit der beginnenden
Judenemanzipation im 19. Jahrhundert ohne diese gewesen? Das vielgeschmähte
Regiment der Patrizier hat sich durch die edelmütige, weitherzige Aufnahme
dieser htilfesuchenden Fremdlinge ein unvergängliches Verdienst um die Vater-
stadt erworben. Dieses wird auch nicht durch manche Bedrückungen und
Einschränkungen der Folgezeit herabgemindert. Welche Regierung, und sei
sie auch die beste, hat sich von den herrschenden Anschauungen ihrer Zeit



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