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Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (Zweiter Band) — Frankfurt am Main, 1921

Page: 99
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Sechsspänniger Prunkwagen.

G) Die einzelnen Handelszweige.
I. Pfcrdehandel.
Der fast ausschließlich auf den beiden hiesigen Messen sich abspielende,
anfänglich so bedeutende Frankfurter Pferdehandel war seit 1450 immer mehr
2l|rückgegangen. Während bis 1444 im Jahr 600—700 Pferde verkauft worden
waren, wozu vielleicht noch 200—300 unverkaufte hinzukamen, wurden 1472
niIr 281, im Jahr 1500 gar nur etwa 150 Pferde abgesetzt. Seit 1450 waren
anch die Ungarn und die am ungarischen Pferdetransport beteiligten Wiener, Prager,
gensburger und Nürnberger Händler ausgeblieben und hatten den nord-
utschen und linksrheinischen Händlern allein Platz gemacht. Der Pferde-
de‘ hat also bereits um diese Zeit diejenige Richtung angenommen, welche
ei Jahrhunderte lang beibehalten hat: die in den niederdeutschen Ebenen
^ezogenen, großen und starken Pferde, wie die friesischen, holsteinschen
Und rnecklenburgischen, wurden über Westfalen und Hannover auf den Frank-
1 er Pferdemarkt gebracht, von Händlern aus Straßburg, Basel, Saarbrücken,
2 und Aachen aufgekauft und nach Belgien, Frankreich, der Schweiz und
- Mailändischen ausgeführt. Mit der zunehmenden Bedeutung von Frankfurt
^'e^erungsplatz für die Soldtruppen dieser Länder nahm auch der Frank-
• er Pferdehandel seit 1520 einen erneuten Aufschwung. An ihm beteiligten
l~ auch einzelne Frankfurter, wie Hans Eberhard und Hans Krämer, welche
y Pferde nach Lyon lieferten, und der Besitzer der Lutherherberge zum
^.°^e Strauß, Wolf Bronner gen. Parente. Peter Kebel machte als Vertreter des
l*neburger Kaufmanns Heinrich Reich seit dem Jahre 1511 in der Weise Tausch-
Haj.C m't dem Italiener Heinrich Cortisella von Como, daß er ihm gegen
'^nischen Sammet Pferde lieferte. Ferner nahmen seit 1554 die Protestan-
tin 6n ^eI6ier lebhaften Anteil an diesem Geschäftszweig. Bis 1550 hatte sich
j.fr ^msatz wieder auf etwa 900 Pferde gesteigert und schwankte seitdem
e' 40 Jahre lang zwischen 700 und 1000 Stück. Im Jahr 1583 wurden 700
iDr-.A. Dietz, Geschichte des Frankfurter Pferdemarktes, in der Festschrift des Land-

wirtschaftl

ichen Vereins, März 1910, und Handelsgeschichte, erster Band, S. 173 u. 381.


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