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Dietz, Alexander ; Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (4.1) — Frankfurt am Main, 1925

Page: 206
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25 Pfd. Schokolade und 9 Pfd. feinen, 4 Pfd. mittleren und 9lU Pfd. Tee Boy vor-
rätig hatte. Um 1700 wurden alle drei Getränke zugleich in den Haushaltungen
genossen, wie aus dem Nachlaßinventar des David Goullet zu ersehen ist, welcher
drei kupferne Kaffeekannen, ein kupfernes Schokoladekännchen und einen kupfernen
Teekessel besaß.
Während der Tee vorzugsweise ein Hausgetränk blieb, trank man den Kaffee
mit Vorliebe in öffentlichen Schenken, woselbst sich die Leute zugleich zur Aus-
sprache über geschäftliche und öffentliche Angelegenheiten und zum Karten- und
Billardspiel zu treffen und ihre Tabakpfeifen zu rauchen pflegten. In der Müller’schen
Beschreibung von Frankfurt
aus dem Jahr 1747 wird
die gute Einrichtung und
der starke Besuch der öffent-
lichen Kaffeehäuser gerühmt
und hinzugefügt, daß man
in ihnen alle neuen Zeitungen
umsonst lesen und mancherlei
Neues hören könne.
Von Anfang an wurde in
ihnen so stark dem Spiel und
dem Genuß des italienischen Rossoli-Liqueurs gehuldigt, daß durch Dekret vom 30.
Nov. 1703 alle Spiele und der Rossoli-Ausschank verboten und dabei angezeigt wurde,
daß am 1. März folgenden Jahres die Kaffeehäuser geschlossen würden, was auch ge-
schah. Die Folge war die Gründung einer Reihe geschlossener Gesellschaften, der
bekannten Kaffee- und Tabaks-Collegia, wo sicli die gleichgesinnten Freunde wieder
zusammenfanden. Von den damals und später entstandenen hat sich nur eines, das
große Kaffeekollegium im Hause der Bürgerkapitänswitwe Pick am Main, daher
auch das Pickische Kollegium und nach seinem späteren Sitz auf dem großen
Holzgraben kurzweg das Kolleg auf dem Graben oder die Alte Gesellschaft
genannt, während des ganzen 18. Jahrhundert erhalten. Als Sammelpunkt der vor-
nehmen und einflußreichen Welt, der reichen Kaufleute, studierten Herren, Sena-
toren, Offiziere und Gesandten hat es im Stillen eine ganz erhebliche Rolle gespielt;
es war der Vorläufer der heute noch bestehenden Kasinogesellschaft.
Ihre Spielmarken zeigten auf der Vorderseite einen bekränzten Tiscli mit Kaffee-
tasse und darüber zwei sich kreuzende Tabakpfeifen, auf der Rückseite in einem
Blumenkranz die Worte: Die alte Gesellschaft 1706. Dem Bankier Johann Philipp
Bethmann widmete sie 1793 am Tage seiner fünfzigjährigen Mitgliedschaft eine
goldne Denkmünze mit seinem Brustbild.
Über die Zeit und Gründe seiner Errichtung belehrt uns ein anfangs Juni 1705
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