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Dietz, Alexander ; Dietz, Alexander
Frankfurter Handelsgeschichte / von Alexander Dietz (4.1) — Frankfurt am Main, 1925

Page: 299
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Hofstadt Koch Ziegler Fachs Meerinann Leerse v. Stockum

§ 44. Englische Manufakturwaren.
Wie bereits oben in § 23 geschildert, hatten unmittelbar nach Beendigung des
Dreißigjährigen Krieges zu Zeiten der englischen Republik unter dem Protektor
Oliver Cromwell eine Reihe von Frankfurter Kaufleuten mit dem direkten Bezug
englischer Waren, regelmäßig über Bremen weseraufwärts, den Anfang gemacht.
In der Folgezeit haben auf diesen Verkehr zwei hochpolitische Ereignisse einen
belebenden Einfluß ausgeübt: das während der drei Reichskriege mit Frankreich
erlassene Verbot aller französischen Waren und die Berufung Williem III. von
Oranien, Erbstatthalters der Niederlande, auf den englischen Thron, wodurch die
starken Gegensätze zwischen diesen beiden rivalisierenden Welthandelsmächten
wesentlich gemildert wurden. Der von ihnen gemeinsam bekämpfte Feind war
Ludwig XIV. Während aus Handelsneid bisher Holland sich der Durchfuhr der
vielbegehrten englischen Tücher widersetzt hatte, ist jetzt dieses Hindernis gefallen,
sodaß sie über Amsterdam rheinaufwärts spediert werden konnten. Auf diesem
neuen Wege ging 1706 ein Ballen mit 22 englischen Tüchern nach Frankfurt und
im Februar 1715 verwandte sich der hiesige Rat bei der kurkölnischen Regierung
für verschiedene Kaufleute, welchen in Bonn englische Waren angehalten worden
waren.
Seit dem Jahre 1713 betrieb Isaak Benedikt Goldschmidt-Buchsbaum einen be-
deutenden Handel mit englischen Tüchern, welche ebenfalls durch ein Amsterdamer
Haus hierher spediert wurden. Mit der Eröffnung dieser neuen Verkehrsstraße
mag auch die Niederlassung verschiedener holländischer Tuchhändler in Frankfurt,
wie namentlich des Georg Leerse aus Breda Zusammenhängen, welcher hier weniger
holländische wie englische Tücher einführte. Andererseits ließen sich mehrere
Frankfurter in London nieder, so gegen 1680 Hans Jakob Berly, Philipp Lelong,
Jakob Fels, Johann Philipp Wiirtz und später sein Neffe Dietrich Hofstadt der
Jüngere, kurz nach 1700 die Brüder Friedrich & Paul Jordis, welche dort ein be-
deutendes Geschäft besaßen, und 1739 Philipp Jakob & Isaak de Neufville. Bei
den tollen Aktienspekulationen des Jahres 1720 waren eine ganze Reihe von
Frankfurtern an der Londoner Börse zu treffen. Die Wechselkurse auf London
wurden schon vorher hier regelmäßig notiert.
Unter König Wilhelm III. beginnt die hohe politische und wirtschaftliche Ent-
wicklung Englands, darunter auch diejenige der Tuchfabrikation oder wie man


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