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Zeitschrift für das gesamte Lokal- und Straßenbahnwesen — VIII. Jahrgang.1889

Page: 44
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DIE ENTWICKLUNG DER LOCALBAHNEN IN DEUTSCHLAND.

Auch bei dieser Linie, mindestens bei der Schlussstrecke von Gehren nach Breiten-
bach erscheint es fraglich, ob die normale Spurweite dem ganz localen Charakter der
Bahn angemessen ist.
Dagegen dürfte für Hohenebra-Ebeleben (Sondershausen) mit 8,70km Länge
und Curven von 250 m Radius die Normalspur am Platze sein, wenngleich die Baukosten
mit 59 206 Mk. pro Kilometer etwas hoch erscheinen.
Ganz unbegründet erscheint dagegen die Anwendung der normalen Spurweite bei der
5,12 km langen Strecke von Arnstadt nach Ichtershausen (Sondershausen und Gotha)
und sind auch wohl nur deswegen die hohen Baukosten mit 08359 Mk. pro Kilometer
entstanden.
Für die 28,79 km lange Linie Weimar-Berka-Blankenhein (Weimar und
Meiningen) hat die normale Spur wohl ihre Berechtigung, während die Anwendung von
Curven mit 180 m Radius bedenklich erscheinen muss.
Ausser diesen normalspurigen Nebenbahnen wurde im Jahre 1880 die 44 km lange
Feldabahn (Weimar und Meiningen) vollendet, die mit 1 Meter Spurweite, stärksten
Steigungen von 1: 25 und geringstem Curvenradius von 58 m hergestellt wurde und deren
Baukosten (einschl. Grunderwerb und Betriebsmittel) nur 31610 Mk. pro Kilometer betrugen.
Für die 51,04 km lange Schmalspurbahn von Weimar nach Rastenberg betrugen
die Baukosten dagegen 50 940 Mk. pro Kilometer. Hieran dürfte mit schuld sein, dass
keine schärferen Curven wie solche mit 100 m Radius angewandt worden sind und ferner,
dass der Grunderwerb theurer gewesen ist.
Die 30 km lange Schmalspurbahn von Hildburg hausen über Heldburg nach
Friedrichshall (Herzogthum Meiningen) kostete bei Curven von 60 m Radius und
Steigungen von 1 :40 nur 27 000 Mk. pro Kilometer und die im Bau begriffene, 19 km
lange Schmalspurbahn von Eisfeld nach Unterneubrunn (Herzogthum Meiningen),
trotzdem diese zum Theil sehr ungünstiges Terrain hat, nur 35000 Mk. pro Kilometer.
Ein näheres Studium dieser verschiedenen Bahnen in Thüringen ist im hohen Grade
interessant und ist durch die schmalspurigen Bahnen der Beweis geführt, dass es sehr
wohl möglich ist, mit einem Baukapitale von 30 bis 40000 Mk. pro Kilo-
meter, ja unter Umständen noch weniger, leistungsfähige und solide
Bahnanlagen herzustellen, was bekanntlich bis dahin nahezu für un-
möglich gehalten wurde.
Dass diese Schmalspurbahnen für ihre localen Zwecke leistungsfähig genug sind und
bis zu einer gewissen Grenze durch Vermehrung der Betriebsmittel noch im höheren Grade
gemacht werden können, das bedarf keiner weiteren Begründung. Es möge hier aber
bemerkt werden, dass auf der Feldabahn im Jahre 1883, in welchem Jahre in Dermbach
eine Zuckerfabrik gebaut wurde, befördert sind:
77687 Personen
864961 Centner Güter.
Die Gesammteinnahmen betrugen in diesem Jahre 138 707 Mk. oder pro Kilometer
3141,09 Mk., die Ausgaben 82 862,39 Mk. oder pro Kilometer 1883,74 Mk. Da die
gesammte Bauanlage im Jahre 1883 mit 1367 497,04 Mk. zu Buche stand, so fand also
eine Verzinsung von mehr wie 4 °/0 statt, ein Resultat, das wohl Niemand für möglich
gehalten hätte, als die Discussionen über die Möglichkeit resp. Nützlichkeit einer Schmal-
spurbahn im Eisenacher Oberlande Ende der Siebenziger Jahre von den verschiedensten
Standpunkten aus geprüft wurden.
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